Hochhaus am Albertplatz – Baustart am Montag

Kurz nach neun in der oberen Etage im Kulturrathaus: Der Stadtrat hat soeben den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 655 beschlossen. Peter Simmel wirkt nach der langen Debatte erleichtert. Es geht um das Hochhaus am Albertplatz. Er will es mit seiner Simmel Dresden GmbH sanieren und das bekannte Projekt, das einst die Architektin Regine Töberich angeschoben hatte, vorantreiben. Geplant ist ein Einkaufszentrum mit Bürgerhaus.

Selbe Hülle, neuer Inhalt - Verkaufsfläche soll nur noch 5.800 m² betragen. Visualisierung: Simmel Dresden GmbH.

Selbe Hülle, neuer Inhalt - Verkaufsfläche soll nur noch 5.800 m² betragen. Visualisierung: Simmel Dresden GmbH.



Von den insgesamt 5.800 Quadratmetern Einkaufsfläche werden allein 3.500 Quadratmeter für den Edeka-Lebensmittelmarkt gebraucht. Über weitere Mieter wollte sich Simmel gestern noch nicht äußern. Er könne sich aber gut ein Fitness-Studio, die Bibliothek und auch Gastronomie vorstellen. „Wir wollen ein Marktplatz für die Neustädter werden“, sagte er.

Als erstes wird das Hochhaus gesichert.

Als erstes wird das Hochhaus gesichert.

Die Äußere Gestaltung orientiert sich stark an den Plänen der Dresden Bau GmbH (Neustadt-Geflüster vom 10. März 2010). „Wir möchten zwar gern etwas mehr Fenster haben, müssen uns aber an den Bebauungsplan halten“, erläutert der Unternehmer. Aber die Einbindung des artesischen Brunnens bleibt Bestandteil des Planes ebenso wie die Errichtung von 450 Stellplätzen.

Bereits am Montag sind erste Termine mit Handwerksfirmen, damit erste Sicherungsarbeiten am Hochhaus vorgenommen werden können. „Zuerst sichern wir das Dach, dann die Fenster und die Statik – der Neubau beginnt später“, sagt Simmel. Der Unternehmer betreibt mehrere Edeka-Märkte in Bayern, Thüringen und Sachsen. Die Aufregung um den Neubau verwundert ihn: „Normalerweise sind die Städte begeistert, wenn wir einen Markt aufmachen.“ Er spricht von einem Food-Tempel in dem es Schlemmer-Abende geben soll. Wenn es nach ihm ginge, würde er Ende nächsten Jahres eröffnen, aber realistischer sei wohl Mitte 2014.

  • Informationen zur Geschichte des 1929 unter der Leitung des Architekten Hermann Paulick errichteten Hochhauses gibt es unter www.das-neue-dresden.de

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48 Kommentare zu “Hochhaus am Albertplatz – Baustart am Montag

  1. HinzundKunz
    19. Oktober 2012 at 12:38

    OHNE WORTE! ;(

  2. marco
    19. Oktober 2012 at 12:42

    nein danke!

    Irgendwann werden nur noch Renter da sein, die sich nicht entscheiden können, wo sie einkaufen wollen.

    Liebe Eigentümer, Investoren und Stadtoberen verkauft alles, reisst alles ein, bebaut alles mit Centern, irgendwann habt ihr eure Kopie einer westdeutschen Stadt ohne die zahlreichen Facetten des kulturellen Lebens, die Dresden eigenständig machen.

    Man sollte aus kulturellen Gründen in Exil gehen und den Einfältigen die Stadt und sich selbst überlassen.

  3. FX
    19. Oktober 2012 at 13:09

    Allen Unkenrufen zum Trotz: endlich geht es los, einen weiteren Supermarkt wird die Neustadt auch noch verkraften und das Gebäude wird gerettet.
    Aber hab ich nicht irgendwo den Namen „Albert-Tower“ gelesen? Das wäre wirklich ziemlich albern!

  4. Christoph
    19. Oktober 2012 at 13:25

    Nur noch Rentner? Hab ich was verpasst oder ist die Neustadt nicht gerade drauf und dran zum Familienviertel zu werden? Also wenn ich mal so auf der Straße schaue dann bekomm ich genau das Bild.
    Aber vielleicht würde es der Neustadt gut tun wenn sich so ein paar engstirnige, ewig gestrigen, die einfach nichts verstehen WOLLEN von Stadtentwicklung(wie so schon seit Generationen und aus ganz natürlichen und rationalen Gründen vonstattengeht) fürs Exil entscheiden…

  5. Gloria Moon
    19. Oktober 2012 at 13:34

    Bei all dem Shopping-Unglück finde ich es trotzdem gut, dass das Hochhaus renoviert wird. Mir tut es immer ein bisschen Leid, dass es so abgeranzt aussieht. Die Gewitterwolke und der neue Regenbogen sind allerdings auch erhaltenswert.

  6. maik
    19. Oktober 2012 at 13:38

    Bedeutet das jetzt, dass damit das Projekt Globus am Leipziger Bahnhof unwahrscheinlicher geworden ist???
    So langsam verlier ich da etwas den Überblick.

    Wenn das so wäre, dann wäre das wenigstens das kleinere Übel, denn den Edeka find ich eigentlich noch ganz i.O., aber das was Globus da bauen will, das hat ja nochmal ganz andere Dimensionen.

    • 19. Oktober 2012 at 14:33

      @maik: Das Projekt am Albertplatz hat vermutlich keinen Einfluss auf die Globus-Geschichte.
      @FX: So war der Projektname zu Zeiten der Entwicklungsphase der Dresden Bau GmbH.

  7. sophie
    19. Oktober 2012 at 13:58

    wenn man bedenkt, dass der typische neustädter im kleinen biolädchen um die ecke und maximal im netto/konsum einkaufen geht, stellt sich mir die frage, was man mit 3000qm nahrungsangebot anfangen soll. schade ist dass viele aus bequemlichkeit die großen centren bevorzugen werden, zwecks parkplatz und und und anstatt sich mal das rad zu schnappen und mit dem körbchen ganz klassisch loszuradeln.

    dennoch bin ich froh darüber, dass das hochhaus nun endlich wieder ein würdevolles auftreten bekommt, egal in welcher form der nutzung. stadtplanerisch kann ich es nur begrüßen, verkehrstechnisch schlage ich die hände über dem kopf zusammen, denn wie die zufahrten erfolgen und die mehrbelastungen im knotenpunkt gehändelt werden sollen ist mir noch vollkommen unklar. und so wie man die stadtverwaltung kennt, haben die bestimmt schon einen masterplan *zwinker* ich seh das centrum noch nicht dort entstehen. warten wir es ab und schnappen alle unsere körbchen und räder… :-)

  8. g.kickt
    19. Oktober 2012 at 13:59

    450 Stellplätze is ja toll, aber ich vermisse dringend den eternity-pool auf’m Dach!

    Das wär doch mal ’n Kundenmagnet gewesen….

    So wird’s doch wieder nur der typische Einheitsbrei, hoffentlich noch mit Multiplex-Kino anstatt der Bilbiothek, wer zum Henker liest denn noch Bücher, geschweige denn leiht sich die aus?
    Ich weiß inzwischen sogar von Studenten der Geisteswissenschaften die auf Tablet-PC’s schwören.

    Outsch!

    Was passiert eigentlich mit dem ganzen Konsumsch*** wenn sich Nancy aus Elsterwerda das Benzin für die wochenendliche Shoppingtour nicht mehr leisten kann und die Mart’s and Mall’s haufenweise baden gehen?

    Man darf gespannt bleiben.

  9. Stefaan
    19. Oktober 2012 at 14:34

    Eine gute Nachricht, auch wenn mancher Schwarzmaler hier gleich wieder den Niedergang der kleinteiligen Neustädter Einzelhandelsstruktur prophezeien wird…

  10. marco
    19. Oktober 2012 at 15:08

    @ Christoph – kannst ja mal ein paar Jahre in die Zukunft schauen mit deinen stadtplanerischen Fähigkeiten. Wie viele Familien dann noch in einer gleichgeschalteten Neustadt wohnen? Die Familien werden dann nicht jünger und solventer.

    Das was aber allgemein in Dresden in Sachen Kiezbildung betrieben wird ist eher die zentrale Ausrichtung auf einen Konsumtempel pro Kiez.

    Überalterung ist nun auch keine neue Erkenntnis.

  11. henning
    19. Oktober 2012 at 15:10

    na spitze. erst dieser ekelhafte neubau auf der bautzner straße und jetzt das. adé schöne neustadt. hallo yuppies.

  12. Marcel
    19. Oktober 2012 at 15:23

    Ich finde es zwar toll das dass Haus mal gemacht wird, aber sehe auch das Parkproblem was dort sehr schwierig sein wird und der gedanke mit dem Einkaufszentrum. Egal wo die Leute einkaufen gehen würden, irgendwas geht daran kaputt (Entweder Netto und Konsum weil alle im Zenter einkaufen gehen oder anders herum oder gar beide weil bei beiden nicht mehr genug Kunden einkaufen gehen!) … man sollte auch bedenken das es neben den paar wohlhabenden Leuten der Neustadt auch jede Menge in der mittleren und unteren Schicht gibt, die nicht jeden Tag große Einkaufstüten aus den Zentrum oder eben den Supermärkten heraustragen können.

    Da ich selbst als Verkäufer tätig bin, weis ich was ich sage … der Kundenansturm ist einmal zum 1. des Monats für fünf Tage und einmal am 15. für fünf Tage und den rest der Kunden kann man an der Hand abzählen.

    Aber abschließend bin ich erstmal froh das dieses Gebäude gemacht wird und gespannt was da genau hinein kommt :) ;)

  13. 19. Oktober 2012 at 15:58

    Eternity Pool? Bitte, bitte, BITTE!

  14. S.Ebnitzer
    19. Oktober 2012 at 16:27

    What the hell is an eternity pool?

  15. HinzundKunz
    19. Oktober 2012 at 17:52

    @S.Ebnitzer
    Google hilft hier weiter! ;)

  16. Kniffo & Masine
    19. Oktober 2012 at 18:14

    3000 m² mehr Nahrung. Ist doch gudd. Vermehrt wird sich ja auch ohne Ende.

  17. Sven
    19. Oktober 2012 at 18:28

    Mal nicht überreagieren.
    Wo gibt es denn in der Neustadt einen Supermarkt oder gar Konsumtempel? Das was es bisher gibt, wie Netto und Kosnum nennt man Kaufhalle. Sollte man noch von früher kennen. Da ist der Biomarkt gegenüber der Schauburg mehr Einkaufstempel.

  18. 007
    19. Oktober 2012 at 20:53

    Juhu und die Milch gibts in der 10. Etage, … Schlemmerpartys alles klar.

  19. Mütze
    19. Oktober 2012 at 21:07

    Klinisch rein = Tod für alle Mikroben! Diese wunderbar patinierte Fassade wird sterben, die Plakatflut wird sterben. Ich hab nichts gegen einen Neubau, ich habe etwas gegen die Entwicklung zu einer mit Acryl- und Silikatfarben tot- gestrichenen- Touristen- und Yuppie- Stadt, in der eine seltsame Vorstellung von Kreativität und Ästhetik breit macht.

  20. buxi
    19. Oktober 2012 at 21:22

    keiner investiert ohne an seine idee zu glauben. daher kann man dem markt hierbei einfach mal freien lauf lassen, so zudem der marktliberale jargon, der mir auch in bezug auf globus allmählich einleuchten könnte. in einigen jahren werden sich immer noch die leute bewußt bei bui gerne auf die füsse trampeln, so voll ist der kleine laden. da könnte man ggf. noch nen weiteren aufmachen. die konkurrenz verdrängt nähmlich eher große märkte anderswo in der stadt. es werden also kaufhallen hier und da auch mal zumachen. vielleicht macht jemand dort gleich wieder was neues auf. aber einige hallen werden leerstehen und zu neuen freiräumen werden können, zumindest temporär. womöglich liegen diese aber nicht in der neustadt. aber angenommen der alaunkonsum machte zu, vielleicht wird dann plötzlich ne kunsthalle für modernes daraus. die braucht DD ziemlich dringend. es können doch nicht alle nach berlin gehen. vielleicht sind wir in 15 jahren edeka und globus dankbar, weil an paar orten in dresden neue freiräume entstanden sind. prinzipiell kotzt mich aber globus derzeit noch an. und mal ehrlich: bis jetzt werden ja herrliche räume, die leerstehen, wie das orpheum auch nicht wirklich genutzt. und das ohne die einkaufstempel.

  21. S.Ebnitzer
    20. Oktober 2012 at 02:08

    @HinzundKunz: Google hilft mir in diesem Fall eben NICHT weiter. Sonst hätte ich bestimmt nicht so doof gefragt, Schlaumeier!

    @Sven: Google hilft hier weiter! ;-) Kaufhalle = Supermarkt (auch wenn es nur ein einfacher NETTO ist – nicht unbedingt super!). Der Begriff „Kaufhalle“ klingt für mich ungefähr so exotisch wie „Goldbroiler“. Wieso hält sich der so hartnäckig?

    @buxi: ich verstehe (zumindest heute nacht) weniger den zusammenhang zwischen alaunkonsum und kunsthalle, als zwischen kaufhalle und kunsthalle – jetzt mal rein begrifflich.
    das orpheum steht nicht leer, aber ich stimme dir zu: man kann wohl sagen, die räume werden „nicht wirklich genutzt“.

  22. 20. Oktober 2012 at 05:47

    @S.Ebnitzer: Versuch’s mal mit Infinity Pool.

    Ditto re Kaufhalle.

    Orpheum: Die Räume werden also unwirklich genutzt? ;)
    Oder werden sie eigentlich nicht genutzt?

  23. nurmalso
    20. Oktober 2012 at 10:28

    Viel zu viel Aufregung… wird Zeit dass das Haus instandgesetzt und ordentlich erhalten wird. Über die mittelfristige Nutzung entscheiden sowieso die potentiellen Kunden. Wenn sich keine finden für den Markt, dann adé. Und wenn doch, dann scheint die Idee ja nicht so schlecht zu sein.

    Warum lassen wir also nicht einfach die Bürger entscheiden… Es ist doch ziemlich anmaßend, dass einzelne, die sich doch für so intellektuell halten – und darüber definieren, vieles ganz anders als alle anderen zu sehen – am Ende die Hochnäsigkeit besitzen, das Urteil der anderen herabzusetzen. Akzeptiert endlich mal Mehrheitsentscheidungen! Und damit meine ich hier nicht den Stadtrat, sondern die Nutzer/Kunden/Anwohner, die mittelfristig über Erfolg oder Misserfolg dieses Hochhauses entscheiden.

    Das gleiche Trauerspiel haben wir doch mit der Waldschlösschenbrücke gesehen… Demokratie ja bitte, aber wehe wenn sich die Mehrheit anders entscheidet, als man selbst. Unabhängigkeit der Justiz unbedingt, nur was tun wenn die Gerichtsurteile anders ausfallen als erwartet… Dann werden Mehrheiten und Urteile plötzlich ignoriert. Was hat das mit demokratischem Verständnis zu tun?

    Diese rückwärtsgewandten Pseudo-Intellektuellen können gern ihre Sachen packen und in den nächsten Wald ziehen. Bleibt nur zu hoffen, dass es dort nur keine Weiterentwicklung des biologischen Umfelds gibt…

  24. kanneko
    20. Oktober 2012 at 13:51

    @ sebi
    …..der hält sich so hartnäckig ,weil de hier im Osten bist? ;)

  25. S.Ebnitzer
    20. Oktober 2012 at 16:11

    @Muyserin: Infinity Pool! Sag(t)’s doch gleich. Den kenne ich natürlich von meinen zahlreichen Pauschal-Luxus-Urlauben zu Wasser und zu Lande.
    Baden am Abgrund. Schwimmen bis zum Überschn…wappen.

    Orpheum: Die Räume werden von wenigen wirklich genutzt bzw. wirklich von wenigen genutzt und ja: Die Nutzung bleibt somit für die meisten unwirklich.

  26. lisasimpson
    21. Oktober 2012 at 09:57

    @ nurmalso: Die Akte Waldschlößchenbrücke ist mit dem Fall Hochhaus am Albertplatz NICHT vergleichbar. Schon allein darum weil die Brücke mit der bewussten Aufwiegelung, Täuschung und Manipulation der Bürger vor ihrer „Abstimmung“ gearbeitet wurde, so dass die Entscheidungen der Bürger im Endeffekt vor allem durch die gefährliche Mischung aus Unwissen, Wut, Verdruß und Resignation gefällt wurden. Wollen wir hoffen das die Ära Orosz bald zu Ende geht, sonst wird Dresden bald Neu-Hannover! :(

  27. bardo
    21. Oktober 2012 at 16:14

    „Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.

    Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen.“

    Prof. Martin Roth, als Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, jetzt Museumschef in London

  28. Austauschbares Dresden
    21. Oktober 2012 at 19:08

    Grau-Weiß = Dresden?
    Rasenfassade = Dresden?
    Flachdachkubus = Dresden?

    Sanierung des Bestands in warmem Ockergelb unter Erhalt der Anbauten mit roten Dachziegeln = Dresden.

  29. Sven
    21. Oktober 2012 at 21:52

    @bardo
    naja, was war denn in hannover? da war die expo. kann man schlecht vergleichen mit einem alltagsbetrieb.

    sicher hat er etwas recht, weil der dresdner nun nicht wirklich visionär ist. dafür hat es aber immer wieder kluge köpfe angezogen, welche die dresdner mitnahmen.

  30. lösi
    21. Oktober 2012 at 23:04

    Das Zitat von Prof. Martin Roth bringt es sowas von auf den Punkt!

  31. lisasimpson
    22. Oktober 2012 at 08:55

    @ bardo: das ist bestimmt richtig und gut getroffen..
    mich macht eben auch traurig und wütend wie scheinbar einfach sich Dresden an Wucherer aus nichtDresden vergibt.
    An Ecken die einen eigenen Charme hatten fühlt man sich mittlerweile schrecklich fremd – zb. dem Postplatz, der seinen verkehrstechnischen Mittelpunkt am kleinen DVB Häuschen (Käseglocke!!) hatte und jetzt seinen Mittelpunkt am Einkaufszentrum ausrichtet mit „Schmetterlingsdach“ (das weder ästhetische noch funktionale Gründe – als Regenschutz – zu erfüllen vermag)

  32. 22. Oktober 2012 at 10:04

    @Austauschbares Dresden:
    Wenn Flachdachkuben ≠ Dresden, dann also: Hygienemuseum, Landtag, St.-Benno-Gymnasium = Fremdkörper?

    Die Definition dessen, was eine Stadt ausmacht, sollte sich nicht auf einen Katalog aus Materialien und Farben beschränken.

  33. Austauschbares Dresden
    22. Oktober 2012 at 12:03

    Zitat: „Wenn Flachdachkuben ≠ Dresden, dann also: Hygienemuseum, Landtag, St.-Benno-Gymnasium = Fremdkörper?“

    Dresden wurde flächenhaft zerstört und seiner städtebaulichen Identität beraubt. Diese ureigene Identität wird man nicht mit austauschbarer Architektur zurückgewinnen. Das Hygienemuseum konnte dem damals unzerstörten Stadtgefüge nicht viel anhaben, man konnte es als bereichernde Ergänzung sehen. Heute haben wir eine andere Situation, die andere Ansätze bedingen sollte.

    „Die Definition dessen, was eine Stadt ausmacht, sollte sich nicht auf einen Katalog aus Materialien und Farben beschränken.“

    Das, was die Stadt STÄDTEBAULICH ausgemacht hat, lässt sich durchaus konkretisieren. Ich empfehle diesbezüglich Literatur von Volker Helas. Nicht von Ungefähr hatte Dresden einen völlig anderen städtebaulichen Charakter als Münster, Rostock oder Ulm. Die austauschbare Architektur unserer Zeit macht unsere europäischen Städte immer ähnlicher (Nivellierung).

  34. Friek
    22. Oktober 2012 at 13:23

    Kuben – wir brauchen mehr Kuben!

  35. 22. Oktober 2012 at 15:29

    @Austauschbares Dresden:

    Vorneweg: Danke für die sachliche Entgegnung.

    Ich lese hier viel Widersprüchliches.

    WENN Dresden flächenhaft zerstört wurde, warum wird hierzulande JEGLICHE Moderne, egal ob austauschbare Investorenachrichtektur oder anspruchsvolle Projekte, als unpassend beschrieen? Wozu soll es denn passen, wenn es nichts mehr gibt?

    WENN Dresden seiner städetbaulichen Identität beraubt wurde, warum strahlt der Mythos Dresden eine so ungebrochene Anzieungskraft auf Einheimische und Touristen aus? Es muss doch noch etwas geben, was sie vorfinden, das sich von Heidelberg oder Köln unterscheidet.

    Das Rad der Zeit lässt sich städtebaulich nicht zurück drehen. In meinen Augen besitzen aber Zwinger, Frauenkirche & Co. genügend Strahlkraft, um sich als Solitäre, als Zeugen einer vergangenen (meinetwegen: untergegangenen) Zeit neben allem guten und schlechten der Jetztzeit zu behaupten.

    Was die Nivellierung unserer Städte betrifft, spiegelt sie nur die Globalisierung unserer Lebensumstände wieder. Es bringt wenig, das zu beklagen, es ist eben so. Die Biografien, die Arbeitswelten werden immer ähnlicher, ergo auch die Städte.

    Ich plädiere nicht für Austauschbarkeit. Aber Dresden hat Besseres verdient, als auf ein pseudobarockes Disneyland reduziert zu werden.

  36. Austauschbares Dresden
    22. Oktober 2012 at 16:41

    1. Absatz:

    Ich spreche in erster Linie von kriegszerstörten Städten. Es gibt ja noch etwas: Ein paar reale, teilweise wiederaufgebaute Überreste und viele Vorkriegs-Ansichten in diversen Büchern.

    2. Absatz:

    Klar, die übriggebliebenen Reste machen den Unterschied. Sicher nicht die neuen Kuben beim Yenidze – die könnten nämlich in jeder der genannten Städte stehen.

    „pseudobarockes Disneyland“

    Das ist kein sachliches Argument, sondern Polemik. ;)

  37. nurmalso
    23. Oktober 2012 at 12:30

    @lisasimpson:

    Zitat „Schon allein darum weil die Brücke mit der bewussten Aufwiegelung, Täuschung und Manipulation der Bürger vor ihrer “Abstimmung” gearbeitet wurde, so dass die Entscheidungen der Bürger im Endeffekt vor allem durch die gefährliche Mischung aus Unwissen, Wut, Verdruß und Resignation gefällt wurden.“

    – Und wieder werden „die Bürger“ als ahnungslose Menschen hingestellt, die leider nicht in der Lage sind, sich eine eigene Meinung zu bilden. Stattdessen einfach nur Opfer von manipulativen Stimmungsmachern sind, mit dem Ergebnis, rein emotional und auf falschen Fakten entschieden zu haben.

    Liebe Lisa, meinst Du nicht, dass das etwas anmaßend ist? Alle, die einer anderen Meinung sind, als geistig-mental leicht defizitär darzustellen? Was sagt das menschlich über Dich aus? Und was ist über Dein demokratisches Verständnis? Wieso ist es für manche so schwer, zu akzeptieren, dass es mehrere Wahrheiten gibt, und alle richtig sein können. Und dass man manchmal selbst einfach falsch liegt.

    Andere Meinungen sollten mal respektiert und auf Augenhöhe ernst genommen werden, anstatt die Träger dieser Meinungen zu diskreditieren. Gerade solche, die immer so gern die Moral- und Wissenskeule schwingen, sollten sich das mal zu Herzen nehmen.

    Im übrigen: Ich bin Dresdner von Anfang an, und ich finde es super, wie es sich in den letzten 20 Jahren entwickelt hat. Klar gibt es ein paar hässliche Ecken, aber so ist es in jeder Stadt. Ich finde es auch toll, dass Dresden sich weiter entwickelt. Wenn man manche Kommentare hier liest, hat man den Eindruck, dass einige es gern mumifizieren würden in der HOffnung, dass es nur keine Veränderung gibt. Aber Veränderung gehört schon immer zum Leben und der Menschheitsgeschichte, also her damit! :)

  38. lisasimpson
    23. Oktober 2012 at 13:02

    Natürlich hat jeder seine eigene Meinung, das ist ja das schöne an unserer Demokratie, das widerspricht jedoch nicht der Tatsache, dass sie durch Informationspolitik gelenkt wurde.
    Den Rest kannst Du behalten, ich brauche kein mumifiziertes Dresden und habe auch kein Problem mit Veränderungen und Entwicklung für diese Stadt. Ich finde auch wir sollten viel mehr Einkaufszentren bauen und diese sich dann im gegenseitigen Wettbewerb übertreffen lassen und noch mehr ausbauen und anbauen und umbauen – übrigens auch gern in den kasematten, die man unterirdisch mit der Altmarktgalerie verbinden sollte :D

  39. KDS
    23. Oktober 2012 at 13:08

    @muyserin und @nurmalso: Ihr sprecht mir aus der Seele

  40. Ruslan
    24. Oktober 2012 at 14:31

    Hat eigentlich schon jemand vor, am Montag vor der Baustelle sein Unmut zu bekunden?

  41. buxi
    24. Oktober 2012 at 23:38

    nö, wozu! ist eh bloß ne ortsbegehung, ob noch alles dasteht. das projekt ist ausserdem durchgenehmigt, nix zu machen.
    aber alles in allem ist es ganz ok, was angedacht ist. es ist gewöhnungsbedürftig, aber noch 10 jahre warten, nee nee.

    interessant, was Bau-BM Marx kürzlich dazu anmerkte: man solle doch wegen 1000 qm zuviel nicht so starr verurteilen: dann hätten manche läden endlich die möglichkeit, auch mal etwas großzügiger ihre waren zu präsentieren.

    das gilt natürlich für alle zukünftigen handelsflächen.
    der schelm! so ganz kann ichs kaum glauben, jedoch ist was wahres dran. ich denke: in centern wird ja oft umsatzabhängig miete gezahlt und weniger nach reiner fläche. da hat er recht. ein laden hat bei gleicher miete einfach mehr fläche. oder?

  42. Hendrik
    25. Oktober 2012 at 00:02

    @Buxi: Irrtum. Es gibt in Einkaufscentern immer eine Kombination aus Mindest- und Umsatzmiete.

    Also zunächst eine eher flächenabhängige Untergrenze für den Vermieter. Übersteigt der Ladenumsatz eine festgelegte Größe, tritt anstelle der Mindestmiete eine prozentuale Umsatzmiete, die selbstredend größer als die Mindestmiete ist. Eine Obergrenze gibt es übrigens in der Regel nicht. ;)

    Die Höhe der beiden Mietkomponenten ist branchenabhängig – da kennen sich Centervermieter sehr gut aus. Vorallem aber ist aber Verhandlungssache. Und dabei hat DER Mieter gute Karten, der für den Vermieter als „Magnetmieter“ bzw. Zugpferd besonders wichtig ist. Also Edeka. Für regionale Einzelhändler wird es eine knappe Nummer.

  43. alex
    25. Oktober 2012 at 10:13

    mir ist schleierhaft, warum die konkurrenz bei den Großen immer kritisch gesehen wird, bei den kleinen aber nicht. Wie war der Jubel groß, als es plötzlich mehrere Döner-Läden gab – und die Preise sanken. Und auch ein bisschen ein Qualitätswettbewerb einsetzte.

    Da Edeka nicht mehr der Großhandelspartner von Konsum ist – also jetzt ein echter Konkurrent – ist es nur nachvollziehbar, dass sie in die Neustadt wollen um dem Ex-Partner ein paar Kunden abzujagen. Das ist legitim.

    Und die Ansicht, dass der „typische Neustädter“ am meisten im kleinen Bio-Laden einkauft, ist – bestenfalls – naiv.

  44. oink
    25. Oktober 2012 at 11:08

    @nurmalso
    ich sehs wie lisasimpson, bei der information der wähler betreffend pro und contra wurde auf beiden seiten gezielt gemauschelt. deine moralapostelei betreffend demokratie und meinungsfreiheit kannste gleich wieder einpacken die hat hier gar nix verloren. ich persönlich halte es für unvernünftig, jeden alles mitbestimmen zu lassen, dafür gibt es fachleute und gremien. und weil ronny mit seinem sportauspuff fürn arbeitsweg, der dann 4,82 minuten kürzer ist, die brücke braucht, steht sie jetzt da. scherz beiseite: ich war dagegen, und auch die gegner haben falsch argumentiert: ich erinnere mich noch an das eine plakat: „stadion statt brücke“. das es sich aber um zwei verschiedene geldtöpfe handelt und das eu-geld nur für die brücke eingesetzt werden kann stand da eben nicht drauf. ebenso die pro-seite: „brücke bauen = arbeitsplätze“. und eben weils eu-geld war, musste die ausschreibung europaweit erfolgen. also nix mit regionaler wirtschaftsankurbelung. und das sind nur zwei beispiele.

  45. nurmalso
    26. Oktober 2012 at 14:57

    Es geht nicht um dafür oder dagegen, sondern um das wie. Und einen Bürgerentscheid genauso wie zahllose Gerichtsentscheide einfach ignorieren zu wollen, nur weil sie der eigenen Meinung nicht entsprechen, ist einfach nur heuchlerisch. Aber ich höre jetzt auf zu dem Thema zu argumentieren, alle Messen sind gelesen diesbezüglich. Zum Glück übrigens :).

    Klar „Fachleute“ und „Gremien“… wer dort dann wohl drin sitzt… was ihre Kompetenzen sind… und in wessen Interesse sie entscheiden… es lebe die Autokratie! Ich bin nur gespannt, wie lange es dann dauern würde, bevor die ersten aus den Löchern kommen und dagegen sind, die vorher noch dafür waren. Es ist halt so super hip und politisch korrekt, einfach mal dagegen zu sein… bessere brauchbare Vorschläge haben leider nur die wenigsten zu bieten. Wozu auch, wenns nur der eigenen Selbst-Identifikation dienen soll.

  46. pomca
    10. November 2013 at 18:50

    Also, ich bin schon sehr froh über den Erhalt dieses Denkmals der Geschichte.
    Schlecht nur die Verschandelung durch den Umbau (Seitenflügel) und die später geplante Nutzung.
    Wenn schon Einkaufstempel, dann die vollen 5.800 Quadratmeter für TK MAXX!!! Juchu :)))
    Das würde auch gut in die Neustadt passen. Preissturz dem Markenwahn. Und leisten kann sich das dann auch jeder und erstrecht die vielen jungen Familien.

  47. anni
    11. November 2013 at 12:46

    langweilige Bebauung – Architektur. Noch dazu wird wohl ein Abriss der Seitenflügel legitimiert- obwohl sie wunderbar ins Bild passen und dazu gehören und dem Hochhaus einen würdigen Rahmen geben.
    Von Kultur im Areal ist leider auch nichts zu lesen.

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