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Dresden Neustadt von Anton Launer

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Offener Brief der Schwafelrunde an Herrn Lübs

Die improvisierte provisorische Regierung der Bunten Republik Neustadt hat an den Amtsleiter des Ordnungsamtes der Stadt Dresden, Ralf Lübs, einen offenen Brief geschrieben.

Sehr geehrter Herr Lübs,
sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben Kenntnis erhalten von der Versagung einer Veranstaltungsanmeldung und –leitung, die Sie gegenüber einem langjährigen Veranstalter der BRN ausgesprochen haben. Dieser sei als Veranstalter nicht zuverlässig, da im vergangenen Jahr seine Veranstaltung etwas länger gedauert habe.

Wir haben kein Verständnis für Ihre Haltung und die Ihrer Behörde, Bürgerinnen und Bürger und speziell Neustädterinnen und Neustädter durch solche Maßnahmen erziehen zu wollen. Wir haben Ihnen einen kooperativen Rahmen der Konfliktbearbeitung angeboten und sind zu einer ausführlichen gemeinsamen Auswertung bereit gewesen.

Sie haben uns über solche Konfliktfälle und derlei Maßnahmen in Folge in keiner Weise informiert. Wir sehen daher diesen Gesprächs- und Kooperationsrahmen als von Ihrer Seite einseitig aufgelöst an. Sie hatten auch in der öffentlichen Debatte zugesagt, mit Augenmaß und Kooperation im Viertel und auf dem Fest unterwegs sein zu wollen, das sehen wir durch das bisherige Verhalten Ihrer Behörde nicht eingelöst.

Wir erwarten, dass für den konkreten Fall der betroffenen Bühne eine Lösung gefunden wird, damit die dort geplanten Veranstaltungen auf dieser Bühne statt finden können. Darüber hinaus ist auch das gemeinsame Agieren etwa auf einer gemeinsamen Pressekonferenz für uns durch diesen Vorgang und die zurückliegenden Probleme mit den Bußgeldern in Frage gestellt.

Mit freundlichen Grüßen,
die Schwafelrunde am 15.5.2012, Barneby

Zum gleichen Thema haben sich heute auch die Neustadt-Grünen geäußert. Sie sprechen von einer „Zäsur der Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, hier konkret des Ordnungsamtes, und den AnwohnerInnen, VeranstalterInnen und Gewerbetreibenden.“ Stadtrat Torsten Schulze (Grüne) hat eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt. Siehe hier.

Die BRN wird am Montag auch Thema bei der Ortsbeiratssitzung sein. Die beginnt um 18 Uhr im Bürgersaal an der Hoyerswerdaer Straße.

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40 Kommentare zu „Offener Brief der Schwafelrunde an Herrn Lübs“
  • Someone Else sagt:

    lassen wir doch die BRN einfach mal ausfallen! die stadt wird schon merken, dass dann geld aus standgebühren und steuern fehlt.

  • Agnes sagt:

    Warum denn die BRN nicht eingrenzen? Fragt doch mal bei den Anwohnern nach und ihr werdet breite Zustimmung für eine Verkleinerung des Stadt(-Teil)festes erfahren.
    So schade es für die eingeladenen Bands auch sein mag, ein wenig mehr Platz für Ruhe und Entspannung tut der BRN gut. Alternativ bin ich dafür, eher die Stände für Gastronomie massiv einzuschränken und im Gegenzug mehr Platz für Kultur im Sinne des “Lustgarten” und besagter Bühne zu schaffen. Darüber sollten die einmal über ihre Arbeit nachdenken, die hier die Zügel in die Hand genommen haben und eigentlich nur die Geschäftemacherei während des Festes unterstützen, nicht aber das vielfältige Angebot an Kleinkunst und privatem Engagement, was die BRN ursprünglich einmal ausgemacht hat.
    Jedes Jahr beschweren sich die Anwohner über den akkustischen und gastronomischen overkill und da solidarisiere ich mich fast mit der Stadtverwaltung, auch wenn an der falschen Stelle beschränkt wird.

    Beste Grüße aus der Neustadt!

  • Gunnar sagt:

    @Someone Else – ja genau…dafür bin ich auch!!!

  • falschgold sagt:

    wer ist denn der verbotene?

  • Booby sagt:

    @falschgold: die Bühne am Martin-Luther-Platz …

  • Torsten sagt:

    Ich wünsch uns und Euch viel Glück und Erfolg dafür!

  • Anton Launer sagt:

    @Agnes, wer hat denn Deiner Meinung nach die Zügel in der Hand?

  • bad boy sagt:

    Ordnungsamt Dresden bitte zum Mond schießen !! Agnes, zieh du nach Bühlau oder Klotzsche – zur BRN wird 3 Tage durchgefeiert. Rumms und Bumms!

  • Ulla sagt:

    Liebe Agnes,

    ich kann behaupten, das Du keine Ahnung hast. Das Anliegen derer, denen Du da unterstellst das Geschäftemachen zu unterstützen, ist durchaus das Stärken der Kleinkunstformen und der Anwohneraktionen. Wahrscheinlich warst Du noch nicht bei einer Schwafelrunde dabei, die in regelmäßigen Abständen stattfinden und sich an die verschiedensten Akteure des Stadtteilfestes richten. Zu kritisieren oder haltlos vorzuwerfen ist immer recht einfach, selber machen ist cool. Prämisse ist definitiv ein Fest der Neustädter, und davon gibt es vom Punk bis zum Geschäftemacher einige, sehr verschiedene mit verschiedensten Anliegen. Es ist schwierig alle an einen Tisch zu bekommen und die Interessen aller zu berücksichtigen. Toleranz üben und miteinander agieren ist nicht immer einfach, wenn jeder nur seins im Blick hat. MACH MIT!

  • Alauner sagt:

    Ich sehe an der Bühne weniger jetzt auch nicht wirklich einen Verlust. Über vereinbarte Zeiten hinaus Krach machen muss nun einfach mal auch nicht sein.

    @bad boy: Solche wie Du sollten wohl eher auf den Mond geschossen werden.

    Wer nicht sieht, dass die BRN zu 90% nur noch aus Kommerz besteht, ist einfach mal blind.

  • Mirko Sennewald sagt:

    Noch eine Ergänzung von mir: es ist nicht nur “schade für die Bands”, denn wir organisieren hier keinen Kindergeburtstag mit bissel Huschlpuschl.

    Diese Entscheidung verursacht allein auf meinem Tisch zum heutigen Tage 18.068,74 Euro knallharten Sachschaden plus 35.661,71 Euro Ausfall von Fördermittelzahlungen aus Brüssel für weitere Kulturveranstaltungen. Flüge, Hotels, Charterbusse, Equipement, das ist alles bereits gebucht, abgesehen vom ehrenamtlichen stundenlangen Fördermittelanträgeschreiben, Sponsorenakquise und Organisationsarbeit. Wir arbeiten professionell und ich habe mit den Vorbereitungen bereits im Juni 2010 (!) begonnen. Obdrein hängen 25 Musiker aus 4 Ländern in der Luft, die haben auch Familien und andere Aufträge, die kann ich nicht einfach holterdiepolter umbuchen, weil unsere Stadtverwaltung der Affe laust.

    Und bevor das Argument kommt: Strafe muß sein. Der/die Betroffene wurde bereits mit einer saftigen Ordnungsstrafe belegt, die beglichen wurde. Ein zusätzliches Bühnenverbot halte ich für vollkommen überzogen.

    Insgesamt bietet das Vorgehen überhaupt gar keine professionelle Planungsgrundlage. Holt einer im Lustgarten nachts noch kurz die Gitarre raus und wir kriegen ihn nicht schnell genug eingefangen, muß ich dann im Folgejahr mit Aufführungsverbot rechnen??? Wo soll das denn hinführen?

    Zauberwort des Tages: AUGENMASS!

  • Peter Macheli sagt:

    Ohne Stadt regelt das der Markt, Mirko.

  • Dave sagt:

    Je mehr Bühnen wegfallen desto mehr Platz ist für Bierwagen und das macht dann wirklich die BRN kaputt. Das überziehen der Schlusszeit ist auch nicht immer nur zum Spass, sondern dient auch zum Schutz von Mensch und Technik. Ich habe es selber vor ca. 4 Jahren erlebt als ich pünktlich 1 Uhr aufgehört habe. Da sind dann die teilweise gut betrunkenen Leute, die einfach nur friedlich Tanzen wollten ausgeflippt und weil “noch” keine Polizei/Ordnungsamt da war ist das ganze dann eskaliert. Seit dem mache ich immer so lange bis die Polizei/Ordnungsamt kommt und sagt das wir ausmachen sollen. Was wir dann natürlich auch sofort machen und die Leute verstehen das dann auch und gehen weiter.

  • Mirko Sennewald sagt:

    Achja, hatte ich vergessen wegen der Überziehung. Dave hat schon recht, auch wir wollen ja mal Feierabend machen ;-) Das Augenmaß ist aber auch hier das Entscheidende: plus/minus 15 Minuten sind kein Beinbruch. Eine Kulturveranstaltung ist eben kein Kurzzeitparkplatz von exakt 60 Minuten, sondern braucht Flexibilität (Zugaben, Liedlängen usw.). Das Problem: die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind solche, die sonst Knöllchen verteilen, also auf exaktes Timing getrimmt. Das mach ich denen jetzt nicht zum Vorwurf, ist halt deren Job. Aber auf ner Bühne läuft das eben anders und im Publikum genauso. Die Überziehung besagter Bühne betrug übrigens nicht mehr als 10-15 Minuten.

    Nuja, also parkt immer hübsch pünktlich, sonst ist alsbald mal Euer Auto weg!!! Ich geh besser weiter zu Fuß, der ist eh ä bissl lahm derzeit, den können sie mir gern zensieren ;-)

  • Alauner sagt:

    Sorry, aber wer hier im Vorfeld 5stellige Euro-Beträge ausgibt…selbst schuld. Das ganze soll ein alternatives Stadtteilfest sein…da wären eigentlich außschließlich lokale (Amateur) Künstler angebracht.

  • Karschti sagt:

    Das ist nicht zu ertragen, ist wie ein Koitus interruptus. Spießer und Bürokraten vermasseln und verleiden einem doch tatsächlich mehr und mehr das Fest. Und ich werde den Eindruck nicht los, dass mit der finanziellen Einmischung und Reglementierung durch die Stadt der Kommerz erst richtig seinen Boden bereitet bekam. Denn irgendwie muss man ja seine Gebühren und Steuern wieder rein arbeiten, in den von Amts wegen enger gesetzten Zeitrahmen. Was soll das? Die BRN ist nicht das Stadtfest, sondern DIE Party der hier Lebenden! Sie hat nicht umsonst eine improvisierte provisorische Regierung, wenn´s nach mir ginge gern mit viel mehr Autonomie – da hat jegliche andere Verwaltung einfach mal fern zu bleiben. Am besten wir ziehen wieder einen weißen Strich, das Ordnungsamt darf dann nur von draußen zuschauen.
    Keine gute Idee ist die BRN mal ganz ausfallen zu lassen, nur um der Stadt die Einnahmen zu versagen. Denn erstens bin ich mir nicht mal sicher, ob diese für die Stadt kostendeckend sind (schließlich hat sie sich mit ihrem Eingreifen auch ne Menge an Aufwand und Ausgaben aufgebürdet) und zweitens es geht nicht um die Stadt Dresden, sondern um unser Fest in der Neustadt ;-)

  • Angie sagt:

    Was ich mittlerweile schlimmer finde ist, das der Veranstalter der Bühne keine zeitliche Chance hat etwas anderes auf die Beine zu stellen, will sagen, die Anträge mussten bis Dienstag eingereicht werden, und heute kam die Absage…Ich kann es nicht nachvollziehen! Und wenn ich lese, wieviel geistiger und finanzieller Aufwand betrieben wird, um eine niveauvolle Bühne zu betreiben, ist es einfach eine unverhohlene Frechheit seitens des Ordungsamtes!(Zumal die Geldstrafe bezahlt wurde)

    Kann man irgendwie dagegen protestieren/intervenieren? Ich hoffe es gibt für die Veranstalter und somit auch für die Gäste eine Chance für eine Lösung/Alternative!

  • HinzundKunz sagt:

    Soweit ist es also gekommen, das wir uns auf dieser Weise von Oberlehrerbürokraten in UNSER Fest hineinreden lassen.
    Wo sind die Zeiten, wo es dafür einen Mittelfinger gegeben hätte und man es darauf ankommen lassen hätte? Aber egal, die BRN hat schon lange nur noch vordergründig etwas mit dem ursprünglichen Anlass für das Stadtteilfest zu tun, wenn man aber etwas tiefer geht, stellt man fest das der ursprüngliche Sinn und die dazugehörigen Leute abhandengekommen sind und man nur noch Szene-Folklore betreibt.
    Aber das ist auch schon oft beweint und bedauert worden, deshalb belasse ich es damit!

  • Aquii sagt:

    Befürchte, wenn das durchkommt, dann wird das mit der BRN so ein “weichgespühltes” Straßenfest wie überall üblich, erst ist dann um 23h Schluß und von da ist es dann nicht mehr weit bis zum Ende um 22 h.

    Warum organisiert Anton, oder die Schwafelrunde nicht mal ne nette Aktion unter den Fenstern der Ortsbeiratssitzung?

    @Someone Else:
    guter Gedanke, aber das wird sich nicht durchsetzen lassen, denn jeder freiwerden Stellplatz wird aus reinger Geldgier sofort von Extern besetzt….

  • squamp sagt:

    Sehr schade. Die beiden Bühnen auf dem MLP waren für mich als Anwohner nie ein akustisches Problem. In den letzten Jahren schien es mir sogar, dass sich die Lautstärke in unserer Wohnung verringert hat, so dass man sogar nach vorne raus schlafen konnte. Wahrscheinlich liegt das an einer verbesserten PA?? Was uns allerdings die Wände hochgehen liess, war das monotone lautstarke “umpff umppf umpff…” unterm Fenster. Noch eine Stunde nach dem Ende der Musik auf der Bühne trafen sich dort zwei bis drei Techno-Autisten um mit leeren Blick dem Stumpfsinn zu frönen.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich!

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