Currywurst

Kannste stecken - im Curry & Co

Kannste stecken - im Curry & Co

Um den Neustädter Schnell-Speise-Laden schlechthin habe ich mich in meinem Imbiss-Test ziemlich lange herum gedrückt. Ich gebe es zu, Currywurst gehörte bislang nicht zu meiner Leibspeise. Dieses Gematsche auf dem Pappteller hatte mich stets abgeschreckt. Daran konnte auch gutes Zureden von Bekannten nichts ändern. Aber nun bin ich über meinen Schatten gesprungen.

Der Laden auf der Louisenstraße ist bekannt aus Funk und Fernsehen – und auch in der Presse war schon einiges über die Wurstbratstelle zu lesen. Erst kürzlich äußerte sich ein renommierter Restaurant-Kritiker. Vor fünf Jahren gab es sogar einen Staatspreis. Ich hab den Eindruck, dass ich mich ob so vieler Lorbeeren tief verneigen muss. Ach was, ich geh einfach mal rein. Drinnen ist es recht düster, kein Wunder bei den kleinen Fenstern im Erdgeschoss. Dafür strahlt mich der junge Mann hinterm Tresen an. Ich entscheide mich für die gebrühte Variante mit Honig-Senf-Soße, dazu lasse ich mir ein paar Pommes in eine Tüte stecken. „Rot-Weiß?“ fragt der Wurst-Griller und hat schon mit seinem Messer die Wurstware in kleine Teile zerlegt. Ich entscheide mich für „Nur-Weiß“ und suche mir ein Plätzchen. Im Tisch sind praktische Löcher für die Pommes-Tüte eingelassen.

Nun liegt also die zerstückelte Wurst in Matschpampe vor mir. Ich gebe mir einen Ruck und probiere. Lecker! Die süße Soße in Verbindung mit dem Curry – mein Gaumen ist begeistert. Auch die Pommes lassen sich ganz angenehm knuspern. Und für vier Euro ist mein Bauch auch ganz gut gefüllt.

Ich schaue mich um. Die anderen Speisenden sind ziemlich jung und sehen mit ihren Kapuzen-Shirts ganz schön urban aus. Passend dazu dringt elektronische Musik aus den Boxen. Für ein gemütliches Schwätzchen ist es zu laut, aber man soll beim Essen ja auch die Klappe halten. Hat schon meine Großmutter gesagt.

Ich schätze, ich werde künftig öfter vorbei schauen. Und wenn ich ganz mutig bin, teste ich die vegane Wurst-Variante. Übrigens ist der Laden so erfolgreich, dass es inzwischen Ableger am Schillerplatz und in Leipzig gibt.

  • Fazit: Im Curry & Co auf der Louisenstraße gibt es leckere Wurst für kleines Geld.

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21 Kommentare zu “Currywurst

  1. 17. März 2012 at 14:46

    Was hat jetzt Honig-Senf Soße mit Currzwurst zu schaffen?

    Wurst kleingehackt, Currypulver, Curryketchup, feddich….

  2. A. Lownplads
    17. März 2012 at 14:57

    nee, erdnusssssssauce, der hittt!

  3. information
    17. März 2012 at 17:53

    Zur veganen Wurst im Curry & Co. gehört gar nicht viel Mut – auch als Fleischesser. Empfehle die geräucherte Variante mit Erdnusssauce. Geht ziemlich gut rein.

  4. 17. März 2012 at 18:23

    Bei mir spielen Fleisch und Fleischprodukte fast keine Rolle mehr. Ich habe die biovegane Variante inzwischen mehrmals am Schillerplatz getestet.

    Aus meiner Sicht als Hobbykoch: Die vegane Wurst ist im Grunde nur ein Untergrund für die Sauce. In einem Blindtest würden viele Tester die vegane Variante (mit entsprechend gewürzter Sauce) vermutlich als echte Wurst wahrnehmen. Dabei kommt es noch ein wenig darauf an, wie lange die Wurst gebraten wurde.

    Die Pommes sind allerdings fast immer zu salzig und die Einheits-Gewürzmischung ist nicht jedermanns Sache. Ich fände es besser, wenn die Pommes nur ganz leicht gesalzen wären, denn nachsalzen bzw. nachwürzen kann jeder Gast selbst.

    Die biovegane Currywurst mit Pommes kostet 4.50 und es ist insgesamt eine der akzeptableren Varianten des Fastfood. Aber öfter als einmal im Monat muss ich es nicht haben.

  5. Fred Phono
    18. März 2012 at 16:53

    Nichts geht über echte Currywurst. Bei Konnopke im Prenzlberg. Das Original seit 1930. Kein Ersatzprodukt. Kein Schickimicki-Firlefanz.

  6. Line
    18. März 2012 at 17:16

    Anton, da musst du gar nicht so mutig sein. Weizen kam mir noch nie besonders böse vor und bei weitem nicht so unappetitlich wie ein tropfender Schlachtkörper. Und wenn dich die Mutwut gepackt hat, teste gleich noch Pommes mit Erdnusssoße, auch sehr lecker. =)

  7. Someone Else
    18. März 2012 at 17:18

    an der lüftung müssen die inhaber dringend arbeiten. fünf minuten für die wurscht anstehen und man stinkt für drei tage nach mehr oder weniger frischem frittenfett. abgesehen davon sind die getränkepreise exorbitant, auch für die alkoholfreien limonaden. die pommes nebst würschten sind aber sehr lecker! :)

  8. Jottem
    18. März 2012 at 17:28

    Na wenn man sich anguckt, was in den einzelnen Varianten so drin ist
    (A: Weizeneiweiß, Planzenöl, Gewürze, Kräuter oder B: Fleisch, Innereien, Schlachtabfälle, Salzstoß, Gewürze, Kräuter) dürfte Variante A eigentlich gar nicht allzu viel Mut erfordern. B scheint mir eher ne Art Mutprobe zu sein, wenn man bedenkt, was da alles… brr… :)

    Schönen Sonntag!

  9. katze
    18. März 2012 at 17:58

    Ich finde den laden geschmacklos und die pommes doof… aber da bin ich wohl der einzige

  10. Hm
    19. März 2012 at 08:34

    Essen ist wirklich sehr Lecker!

    Nur warum wird man meist unfreundlich behandelt wenn man nicht total hip oder „urban“ aussieht? (=

  11. alter neustadtbewohner
    19. März 2012 at 08:58

    ich dachte ohne mütze & taatoo bekommt man darin gar nix. die bedienung ist oftmals mehr mit der eigenen lässigkeit beschäftigt anstatt die kundschaft zu bedienen… :-)

  12. Jan-Peter
    19. März 2012 at 12:52

    Ja, leider muss ich mich meinen beiden Vorrednern anschließen. Ich hatte auch schon das Gefühl, dass man da als „Normalo“ eher geduldet als erwünscht ist. Schade, denn das Essen finde ich auch ziemlich lecker und ich würde sicher häufiger dort hingehen, wenn ich das Gefühl hätte, als Kunde wertgeschätzt zu werden. Aber vermutlich läuft der Laden so gut, dass sie es nicht nötig haben…

  13. 19. März 2012 at 13:29

    Da will ich auch noch meinen Senf dazu geben:

    Ich fand Curry+Co ganz i.O., bis ich letzten Sommer miterlebte, wie die (Theken-)Chefin zwei Gäste am Nebentisch vor allen anderen Gästen anmachte, weil sie zu ihrem Currywürsten+Pommes ein mitgebrachtes Getränk genossen. (Das Argument war in etwa: „Wenn das alle machen würden, wäre ich bald pleite“) – Und so lecker sind Pommes und Wurst in dem Laden nicht, dass ich solchen m.E. spießigen Fehltritten durch weitere Besuche stillschweigend zustimmen würde.

  14. Someone Else
    19. März 2012 at 14:29

    @torsten: da finde ich aber das verhalten besagter gäste ebenso unverschämt. es ist zwar rechtlich nicht direkt untersagt, eigene getränke/speisen in einem restaurant oder imbiss zu verzehren, jedoch hat der wirt das hausrecht und darf gäste des hauses verweisen oder den verzehr untersagen, wenn auch nicht unbedingt in dem ton, den du hier bemängelst. es werden ja schließlich getränke für die gäste angeboten, wenn auch zu utopischen preisen. (tipp: beim BUI gibt es die bionade und alles andere zum halben preis.)
    dem angebot einer gastwirtschaft liegt immer eine kalkulation zugrunde, die den unterhalt, also reinigung und einkauf, die miete, die konzession und die bezahlung gewährleistet und ich finde es ziemlich unverschämt, wenn das gäste einfach ignorieren. würde der wirt so etwas dulden, ginge das in letzter konsequenz nur auf kosten der qualität der speisen und getränke, des service oder er wäre gezwungen, die preise extrem ansteigen zu lassen, um laufende kosten begleichen zu können.

  15. FX
    19. März 2012 at 14:59

    @S.E.: hätte die Besitzerin einfach ein Auge zugedrückt, wäre das jetzt kein Thema im nievergessenden WWW ;-)

    Ich fand die Pommes eigentlich ganz gut, unnatürlich erschien mir dagegen immer die Farbe des Grillguts, weshalb ich davon nie gekostet habe.

  16. Someone Else
    19. März 2012 at 15:19

    @FX: wäre in jedem falle die bessere lösung gewesen oder zumindest der hinweis in einem sanften ton. vielleicht hatte sie einen schlechten tag, wer weiß.

    stimmt, die würste auf der stahlplatte sehen immer etwas plästern („aus plaste“) aus, sind aber essbar. :)

  17. 19. März 2012 at 19:51

    @ Someone else: klar darf der Wirt solche Gäste ausladen. Aber ich geh da eben nicht mehr hin.

    Das Kontrastprogramm hatte ich übrigens heute früh im Combo-Café:

    Ich: „kann ich zu meinem Kaffee noch einen Croissant dazu haben?“
    – Thekerin: „Haben wir leider nicht, aber da drüben ist ein Bäcker, da kannst Du Dir einen holen und hier essen.“

    Fand ick dufte, geh ich wieder hin.

  18. Someone Else
    19. März 2012 at 20:21

    sehr sympathisch! so kann man es auch machen und sich treue und zufriedene kunden schaffen.

  19. Booby
    19. März 2012 at 23:12

    @Torsten: IMHO ein Äpfel/Birnenvergleich wenn das Café keine Croissants aber das Curry&Co Getränke zum Verkauf anbietet.

  20. FX
    20. März 2012 at 09:49

    @Booby: Combo hat Kuchen im Angebot, könnte also ebensogut darauf verweisen.

    Ich denke ja, dass die Gäste im Curryladen einfach mit ihrem Getränk unterwegs waren und dann Bock auf Pommes hatten. „Korrekt“ wäre dann natürlich gewesen, das Getränk vor der Tür zu leeren ;-)

  21. Booby
    21. März 2012 at 12:29

    @FX: Touché! Vielleicht hatten die Gäste ja auch(unverständlicherweise) einfach Lust auf Afri- statt Fritz-Cola! ;-)

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