Townhäuser in die Sauerkrautfabrik

Sanierung des alten Fabrikgeländes steht bevor.

Sanierung des alten Fabrikgeländes steht bevor. Anklicken zum Vergrößern.

Die Sauerkraut GbR möchte in der ehemaligen Sauerkrautfabrik an der Martin-Luther-Straße 20 sogenannte Townhäuser und Eigentumswohnungen errichten. Das alte Fabrikgelände liegt seit etlichen Jahren brach. Anfang der 90er Jahre wurde das Gebäude kurzzeitig besetzt ziemlich zügig geräumt. Seitdem gab es immer mal wieder Pläne das Gelände neu zu beleben.

Nun scheint es konkret zu werden. So wird im Immo-Scout ein Townhouse mit dem schönen Namen „Kinderglück“ für 450.000 Euro angeboten, „Happiness“ gibt es für 330.000 Euro. Als Erstbezug wird der Juni 2012 angepeilt. Zuständig für die Vermietung ist Claudia Becker. Sie berichtet, dass die alte Fabrik zu DDR-Zeiten für den Obst- und Gemüsegroßhandel genutzt wurde. Das Geschäft wurde vermutlich mit der Wende geschlossen.

Die grundsätzliche Bebauung des Geländes soll erhalten bleiben, unter den Hof kommt eine Tiefgarage. Die ersten Kaufverträge seien schon beurkundet, berichtet Frau Becker. Wenn der Bedarf da sei, könnte es auch kleinere Wohnungen geben. In etwa zwei Wochen sollen die Arbeiten beginnen und die ersten Gerüste aufgestellt werden.

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21 Kommentare zu “Townhäuser in die Sauerkrautfabrik

  1. Marcel Proust
    14. März 2011 at 20:11

    Krass: 3000 Euro/qm. Na, wenigstens wird der Bauträger happy.

  2. maria
    14. März 2011 at 20:21

    so ein mist! das heißt für diejenigen die genau gegenüber wohnen, keine fenster aufmachen im sommer. das ist so eine schöne ruine! das passt zum neustadt-flair, und nicht irgendwelche „townhäuser“. vor allem kriegen diese „townhäuser“ ja auch dachterassen. aber wer will denn eine dachterasse haben, wenn gegenüber an allen 4 seiten große häuser stehen, die einem dann auf die terasse gucken können?!

  3. S.Ebnitzer
    14. März 2011 at 22:45

    Heute Nachmittag habe ich die Ruine und die Planungstafel bestaunt … und heute Abend lese ich schon darüber im Geflüster – toll!

  4. buxi
    14. März 2011 at 23:43

    das schild steht schon über 2 wochen, zu vermarktungszwecken. „townhouses“ ist allerdings nur der werbeslogan, es bleibt ein zweigeschossiger hinterhofbau, wo halt wohnungen rein kommen. und auch wenn viele gerne romantische ruinen als aussicht haben, muss man doch feststellen, dass in der neustadt nur noch ein paar eigentumswohn-projekte gebaut werden, eben so was und sonst nix. wir können uns schon daurauf „freuen“, dass in absehbarer zeit der lustgarten 2 mit seinen gewerberuinen verschwindet. jetzt kommt erstmal der grausame parkhausriegel an der bautzner strasse als lärmschutz dieses großen wohnparks im brn-lustgarten-2-gelände. erst dann, wenns eh zu spät ist, kommen die protestler aus ihren verstecken. schade. das sauerkrautding ist ok, aber wenn die neustädter ihren brn-lustgarten behalten wollen, müssen die z.b. auf baldiger brn was machen. denn der lustgarten kann nirgenwo sonst hin.

    • 15. März 2011 at 09:44

      @ buxi: Baubeginn für das Parkhaus ist laut Ausschreibungesportal übrigens im Juni …

  5. Louise
    15. März 2011 at 07:38

    Alter Schwede, wird die Neustadt jetzt zum Weißen Hirsch oder was? Dieses Wohnkonzept hat doch kaum was mit Neustadt-Flair zu tun.

  6. Conni
    15. März 2011 at 08:10

    Sauerkrautfabrik also…Bin schon oft dran vorbeigelaufen und hab mich gefragt, was das wohl mal war und warum sich da keiner drum kuemmert. Ist ja ein ziemlich verwunschenes Areal. ich finde es schoen, dass nun was draus gemacht wird.

  7. maria
    15. März 2011 at 15:29

    die sägen grad alle bäume im hinterhof ab! :( so eine sch…ich seh das genauso wie louise.

  8. Dan
    15. März 2011 at 15:34

    Wer gibt denn freiwillig fast ’ne halbe Millionen Euro für eine Hinterhofwohnung aus? …und das auch schon bevor es überhaupt gebaut wurde. Dort ist doch eher ein Platz für günstige zu mietende Wohnungen. Wer Geld hat zieht doch nicht in ein Hinterhof in der Martin-Luther-Str. Oder doch?
    Geht das so weiter mit den teuren Häusern und Wohnungen in der Äußeren Neustadt ist bald nix mehr mit Neustadt-Flair. Dann weht hier ein anderer Wind. Da gibt es hier bald keine Studenten und Künstler mehr. Da wird das hier zur Wohnsiedlung für Leute mit guten Jobs, die tagsüber irgendwo arbeiten und abends sich in ihre tollen Townhäuser wegschließen. Gerade die Mischung aus alten billigen und notdürftig reparierten Baugut und vielleicht hier und da mal was teures Schnösseliges macht ja das Leben in einen Stadt interessant. Wird aber alles teuer saniert und neugebaut züchtet man hier doch nur eine Monokultur und somit ist ein Ghetto vorprogrammiert. Ich finde die Stadt sollte eingreifen um gerade billige Häuser zu erhalten! Kennt Ihr das entstehende Ghetto oberhalb des Alaunplatzes? Die haben riesige Schaufenster mit Blick ins Wohnzimmer aber riegeln sich mit Eisentüren und Zäunen ab. Gruselig! Wer wohnt dort?

  9. Claudia
    15. März 2011 at 16:40

    Hm, ich sehe das ganze gemischt. Es ist doch gut, wenn die alte Bausubstanz erhalten und saniert wird. Und es scheint mir doch gut, wenn Wohnungen gebaut werden und nicht der hundertste Einkaufstempel (natürlich mit Discounter…) mit Parkhaus. Außerdem finde ich es gut, wenn Familien nicht aufs Land ziehen und für eine weitere Zersiedelung inklusive Bodenversiegelung sorgen, die dann steuerlich begünstigt werden müssen, weil die Leute ja trotzdem weiterhin in der Stadt arbeiten. Ich denke auch, dass es der Neustadt und ihrem „Flair“ gut tut, wenn möglichst viele Leute mit Kindern hier wohnen.
    Andererseits ist es bei solchen Projekten natürlich tatsächlich so, dass sie nur eine ganz bestimmte, gut verdienende Klientel ansprechen und sich damit die Sozialstruktur des Viertels sicher verändert.
    Ich frage mich aber, ob es diese Projekte sind, die sich doch vor allem an Eigennutzer zu richten scheinen und nicht an Vermieter, die für steigende Mieten sorgen oder zu diesen beitragen. Dazu kenne ich mich zu wenig mit Stadtsoziologie aus…

  10. k
    15. März 2011 at 17:57

    Ein Keks unterm Baum.. sehr viel Sonne ist da nämlich nicht

  11. i
    17. März 2011 at 09:39

    Ach ja…Kinderglück und Happiness für sooo viel Geld… hoffentlich funktioniert´s dann auch.
    Mir würde schon eine ganz normale, bezahlbare 4-Raumwohnung in einem kinderfreundlichen Haus mit bissel Grün hintendran reichen. Leider scheint es sowas in der Neustadt nicht mehr zu geben (oder doch?). Es ist schon traurig, wie viel Geld man für Wohnen hier im Viertel lassen kann, muß…
    Viele Familien werden angesichts solcher Preise wohl eher in anderen Stadtteilen happy, auch wenn sie sehr gern in der Neustadt bleiben würden.

    • 17. März 2011 at 09:53

      @ Ines: Die Statistiken sprechen aber eine andere Sprache: Neuerdings bleiben die Familien mit Kindern lieber hier in der Neustadt, deshalb ja auch die Probleme an den Grundschulen.

  12. Micha
    17. März 2011 at 22:00

    Also ich will dazu nur kurz sagen, dass es doch ganz logisch ist das vorhandene Bausubstanz, welche erhalten werden kann, umgebaut wird. Stellt euch vor da kommt irgendein hässlicher Neubau hin??? Und ob Ruinen dass beste für die Neustadt sind? Ich denke für die umliegenden Miete ist es nicht das schönste. Aber auch die werden sich dran gewöhnen und dann vielleicht doch Ihre Kinder mit denen aus, wie sagt Buxi „zweigeschossiger hinterhofbau“ spielen lassen. Die Neustadt zeichnet sich doch im Prinzip durch Menschen aller Art, keine Parkplätze und immer Irgendwas Irgendwo los aus. Daran wird sich nichts ändern!

  13. Frau SMH
    19. März 2011 at 00:13

    Gibt’s denn noch die Menschen „aller Art“ in der Neustadt oder sind nicht eher die RentnerInnen, Alleinerziehenden und Arbeitslosen schon in andere Stadtteile gezogen (worden)? Hausbesetzer gibts nicht mehr und die sog. Mittelständler wurschteln sich durch.
    Man erkennt es u.a. an den Auslagen der Läden, die sich langsam aber stetig hin zu exklusiven, individuellen Angeboten verändern, neben steigenden Quadratmeterpreisen, dem wachsenden kulturellen Angebot und der steigenden Zahl der sog. Kreativen, Risikobereiten,… Der schon ewig in den Großstädten unter dem Begriff „Verdrängung“ oder „Gentrifizierung“ beschrieende Begriff sollte doch auch den Dresdnern/Neustädtern bekannt sein.
    Schön für all jene, die sich Luxussannierung inkl. fair bezahlter Reinigungskraft leisten können. Und wo es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben. Was das über unsere Gesellschaft aussagt, interpretiert ohnehin jeder für sich selbst – sicher abhängig davon, auf welcher Seite er hier steht.
    Bleibt nur nicht zu vergessen, dass jeder Einzelne Teil einer, dieser Gesellschaft ist (NPD-Wähler mal ausgeschlossen).

  14. Stefan
    19. März 2011 at 10:56

    Das ist schon alles ganz richtig, was hier geschrieben wird, aber ich sehe das größere Problem in dem riesigen Parkhaus, das an der Bautzner Str. hochgezogen werden soll. Das ist nämlich nicht nur hässlich, sondern wird zur Freude der dortigen Vermieter und Mieter das Umfeld im (Lebens-)Wert stark mindern. Schade drum, aber Hauptsache EIN Investor verdient sich ne goldene Nase.

  15. mic
    20. März 2011 at 19:26

    Warum sollten Leute, die vielleicht seit Jahren als Studenten, Berufsanfänger und nun erfolgreiche Erwerbstätige und Selbständige wegziehen, wenn es ihnen in der Neustadt gefällt? Nicht jeder der genug Geld verdient ist erst kürzlich zugezogen. Auch die Situation der Bewohner der Neustadt verändert sich. Und wenn diese nicht in „Ghettos“ ziehen wollen, wo die Dichte an ähnlichen Menschen höher ist, dann verändert sich eben mit diesen Menschen auch das Viertel, in dem sie trotz veränderter Lebensverhältnisse leben bleiben wollen.

  16. Conni
    21. März 2011 at 20:32

    Also unsere
    „…. ganz normale, bezahlbare 4-Raumwohnung in einem kinderfreundlichen Haus mit bissel Grün hintendran…“ wird voraussichtlich ab 01.08. frei und wir duerfen einen Nachmieter suchen;-)

  17. Sara
    26. März 2011 at 10:07

    Es wäre so schön gewesen…! Ateliers, Lofts, günstige Wohnungen, Raum für Improvisation, von mir aus auch Dachterassen, Gärten sowieso … aber „Townhouses“? Veränderung ist gut – aber hier wird eine Chance vertan, so scheint mir. Und was passiert, wenn niemand ins „Kinderglück“ oder „Happiness“ ziehen will?

  18. Ines
    26. März 2011 at 17:41

    @conni: darf ich mal vorbeikommen und gucken? Ich würd mich über einen Anruf freuen – 015123283705

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